Alle Beiträge von Michael Hübler

Wissensmanagement in der Verwaltung

2014 – 2015 führte ich zusammen mit meinen Kollegen Dr. Joachim Simen und Meinrad Bumiller von der Bayerischen Akademie für Verwaltungsmanagement GmbH für die Innovationsstiftung Bayerische Kommune ein Projekt zur Eruierung des Einsatzes von Wissensmanagement in bayerischen Kommunen durch. Als Ergebnis liegt nun die Broschüre

Wissensmanagement in der öffentlichen Verwaltung

vor. Die Broschüre besteht zur Hälfte aus einem Instrumenten-Werkzeugkoffer, der nicht nur in der Verwaltung gut einsetzbar ist.

Weitere Instrumente als Ergänzung zu der Broschüre:

7.5.3 Whitepaper Worldcafe

 7.5.3 Whitepaper Unkonferenz

7.4.5 Dokumenten-Management-Regeln

7.4.4 Informationsfluss-Matrix

7.4.2 Mikroartikel

7.4.1 Whitepaper Wissensgemeinschaften

7.4.1 Whitepaper Wikis und Weblogs

7.2.6 Beispielraster Bürgeranliegen

7.2.4 Wissensmanagement-Workshop

7.2.2 Entscheidungshilfe Informationsweitergabe

7.1.5 Debriefing-Fragebogen

7.1.4 Verlaufsprotokoll Mentoring

7.1.3 Ablaufplan Kollegiale Beratung

7.1.2 Verhaltens-Muster-Kreislauf

7.5.6 Beispiel für eine Wissenslandkarte

Warum GPS zu Alzheimer führen?

85% aller Kinder nutzen Raumplanungsstrategien, um sich in der Welt zurecht zu finden. Was heisst das? Wenn sie in ein Labyrinth gesteckt werden, gibt es zwei sinnvolle Möglichkeiten, dort wieder herauszukommen:

  1. Sie benutzen die Methode „Versuch und Irrtum plus Lernen“, d.h. sie marschieren drauflos und versuchen sich markante Stellen zu merken, um nicht im Kreis zu laufen.

  2. Sie nutzen ihre Vorstellungskraft, gehen in die Vogelperspektive und stellen sich das Labyrinth von oben vor.

Kleine Kinder nutzen v.A. die 2. Methode, d.h. sie stellen sich eine Art Landkarte von dem Labyrinth vor. Sie überlegen sich, wo Norden und Süden, Osten und Westen sind, bzw. oben und unten, links und rechts – und schalten ihr inneres Navigationssystem ein.

Doch je älter wir werden, desto weniger müssen wir auf dieses System zurückgreifen. Dann haben wir Navis und GPS.

Als Randnotiz ist interessant, dass Frauen eher auf die erste Methode zurückgreifen, wenn sie sich in öffentlichen Räumen orientieren, während Männer stärker die zweite Methode nutzen. Dies kann an ganz unterschiedlichen Dingen liegen: Unser evolutionäres Erbe legt nahe, dass Frauen früher eher die Beerenbüsche rund um die Höhle wiederfinden, während Männer draußen auf der Jagd immer wieder neue Wege erkunden mussten. Aber auch soziale Gründe könnten eine Rolle spielen: Frauen sind gefährdeter, im öffentlichen Raum Opfer einer Straftat zu werden und halten daher ihre Neugierde auf neue Wege eher in Grenzen. Sie müssen daher weniger neue Landkarten im Gehirn erstellen als Männer. Dafür finden Sie den Autoschlüssel, den ihr Mann mal wieder irgendwohin …

Trotz dieser Unterschiede zeigte sich in Orientierungstests, dass Frauen und Männer in etwa gleich gut navigieren, und – mit Blick auf ein gutes Konfliktmanagement – zu zweit ohnehin unschlagbar sind. Allerdings stellt sich die Frage, ob es nicht manchmal besser wäre, wenn die Frau fährt und der Mann die Karte liest.

Je mehr wir die zweite Methode nutzen, desto größer wird unser Hippocampus, unser Speicher für Landkarten, Schubladen und Bibliotheken im Gehirn. Der Speicher, auf den unser Neocortex zugreift, wenn er wissen will, ob er für eine Entscheidung auf alte (bewusste) Erfahrungen zurückgreifen kann. Der Speicher, in dem unser Wissen wie in einer Mindmap vernetzt ist.

Eine Berufsgruppe, die diese Art Landkarten-Speicher am intensivsten nutzt, sind die berühmten Londoner Taxi-Fahrer. Diese haben in der Tat einen größeren Hippocampus als z.B. Londoner Busfahrer, da sie nicht nur die offiziellen Straßen, sondern zusätzlich alle möglichen Schleichwege kennen. Dadurch ergeben sich viel mehr Wege und Straßenkarten im Gehirn. Und da wir wissen, dass eine Vergrößerung der Denkspuren im Gehirn, hier im Hippocampus, die Wahrscheinlichkeit erhöht, im Alter weniger neurologische Krankheiten zu bekommen, liegt es Nahe, dies auch für Taxifahrer zu vermuten. Die Begründung dieser Zusammenhänge ist relativ simpel: Es gibt schon eine Menge Studien, die nahelegen, dass im Falle eine neurologischen Krankheit ein anderer Teil des Gehirns die Aufgaben des erkrankten Teils übernimmt. Die einfache Rechnung lautet folglich: Je mehr ich weiß, desto mehr Spieler hab ich auf der Reservebank.

Nun fahren die wenigsten von uns Taxi. Und dennoch bewegen wir uns im öffentlichen Raum. Früher mit einer Landkarte in der Hand und nach und nach im Kopf. Wir stellten uns vor, wo es lang geht, wo diese Straße nun wieder hinführt, wie weit weg es noch bis zum Bahnhof ist, usw. Ich persönlich finde es heute noch spannend, eine neue Stadt zu erkunden und sich nach und nach einen Überblick zu verschaffen.

Eine Alternative dazu ist die Orientierung an einem GPS: An der nächsten Ampel links rein, dann 100 Meter geradeaus, dann wieder nach rechts, usw. GPS funktionieren nach der Markante-Stellen-Methode. Dadurch ist kein Überblick nötig. Es entstehen keine neuen Landkarten im Gehirn, mit den geschilderten (wahrscheinlichen) Folgen.

Bleibt die Frage offen, ob Frauen später mit einer höheren Wahrscheinlichkeit Alzheimer bekommen als Männer. Wenn ich an den sozialen Kompetenzvorsprung der Frauen denke, glaube ich nicht. Frauen mögen weniger Straßenkarten im Kopf haben, dafür aber vermutlich wesentlich mehr Stammbäume und Soziogramme. Und ich denke, das wiegt alles wieder auf.

Quellen:

  • Navi im Kopf (Dokumentation, 3Sat)

  • Manfred Spitzer: Digitale Demenz

  • Gerald Hüther: Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn

Mitarbeitermotivation

Relevanz Newsletter 02/2015 (www.be-relevant.de)
Für Sie gelesen: Mitarbeitermotivation
Mitarbeiterkommunikation

Das Führungsverhalten ist nach wie vor der entscheidende Faktor, wenn es um Motivation geht. Doch das verkennen viele Firmen. Sie greifen lieber zu „Dopingmitteln“: Prämien, Incentives, … Die dadurch verursachten Motivationsschübe sind aber meist nur von kurzer Dauer, sofern sie überhaupt Wirkung entfalten. Was motiviert Menschen wirklich? Wie wird Mitarbeitermotivation im betrieblichen Alltag zur Routine? Antworten darauf liefert Michael Hübler in seinem neuen Buch. Damit aus dem „Frust am Job“ wieder „Lust auf Arbeit“ wird, müssen die Maßnahmen auf die Ursachen zugeschnitten werden. Im Fokus stehen sieben Haltungen, die Führungskräften helfen, aus der Demotivationsfalle des Motivieren-Müssens herauszukommen. Dazu gehören zum Beispiel lösungsorientierter Optimismus, Transparenz und Authentizität, aber auch Respekt und Demut. Fazit: Das Buch zeigt die Zusammenhänge von Motivation und Demotivation auf und gibt Tipps, wie mehr Mitbestimmung und Leistung möglich sind. Es empfiehlt sich für alle, die im Berufsleben „mehr Demokratie wagen“ und echte Motivation fördern wollen.

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Siehe auch: Rezension auf amazon.

Buchauszüge unter: www.berufebilder.de

Demotivation verhindern

Vom Team zum Ego …

Humor als Führungskompetenz

Der Duden sagt: Humor ist die Fähigkeit, mit Widrigkeiten des Alltags gelassen umzugehen.

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Dabei stellt sich natürlich die Frage, was in unserem Alltag überhaupt real ist und was nicht? Immerhin laufen wir alle mit einer unsichtbaren Brille auf der Nase durch die Welt und sind felsenfest davon überzeugt, dass das und genau das, was wir wahrnehmen die Realität ist.

Stimmt natürlich nicht. Es handelt sich dabei lediglich um ein Zerrbild der Realität und jeder Mensch darf sein eigenes Zerrbild hegen und pflegen.

Macht es mit diesem Wissen noch Sinn, die Welt so ernst und wahrhaftig hinzunehmen, wie wir sie wahrnehmen?

Und dennoch: Während Mitarbeiter ’nur‘ für sich und ihre Arbeit Veranwortung übernehmen sollten, übernehmen Führungskräfte darüber hinaus Verantwortung für ein Team und die Organisation. Doch muss Führung deshalb ernsthafter sein? Gegenfrage: Sollten Mitarbeiter ihre Aufgaben ernst nehmen?

Der Dichter Jean Paul sagte: Humor ist die Fähigkeit, den Gegensatz zwischen Natur und Geist zu überwinden. Wir können auch sagen, Natur ist der Ernst, denn an natürlichen Vorgängen lässt sich nichts ändern, zumindest nicht mit einfachen Mitteln. Doch der Geist ist in der Lage, sich Dinge vorzustellen. Der Geist kann in die Zukunft blicken. Doch dafür muss er sich von den engen Grenzen das Natur lossagen. Er muss sich folglich von allzu großer Ernsthaftigkeit lossagen und sich Möglichkeiten vorstellen, die noch gar nicht existieren. Und Humor schafft genau dies.

Humor und Kreativität

Wenn wir uns die Osborn-Checklisten, den Morphologischen Kasten von Zwicky oder die Denkhüte von DeBono ansehen, wird die Sprengung der engen Denkketten deutlich: Hier geht es um Übertreibungen, Untertreibungen, Assoziationen, scheinbar sinnlose Gedankenketten, spontane Ideen oder Rollenwechsel. Gleichzeitig wird klar, wie eng Kreativität mit Humor verknüpft ist. Ein laufender Tisch aus Bambus, der sich auf Knopfdruck in einen Stehtisch verwandelt und auf Zuruf angelaufen kommt, ist nunmal ein amüsantes Phantasieprodukt und kein Produkt streng-ernsthafter Denkleistungen nach Schema F, auch wenn die Realisierung eines solchen Produkts wieder eine Menge Ernsthaftigkeit und die übliche Portion Blut, Schweiss und Tränen benötigt.

Letztlich lautet die Devise nicht: Entweder ernsthaft oder humorvoll. Sondern: Ernsthaftigkeit mit einem Lächeln!

Zudem schafft es unser Humor, Probleme mit Abstand zu sehen. Das Denken wird weiter und flexibler. Humor befreit und macht Führungskräfte dadurch kreativer. Plötzlich scheinen Lösungen möglich zu sein, die mit einem zu engen Blick unmöglich erschienen. Der Fachbegriff dafür lautet ‚Perspektivwechsel‘. Damit wird das Unkonventionelle zur Konvention und ‚Paradoxes Denken‘ zur Methode, festgefahrene Bahnen zu verlassen und dem Leistungsdruck besser zu begegnen.

Humor, Reife und Status

Humorvoll sein heißt auch, über sich selbst lachen zu können. Und ein Mensch, der v.a. sich selbst nicht allzu ernst nimmt, steht über den Dingen. Deshalb wirken humorvolle Führungskräfte selbstbewusster. Sie halten Kritik besser aus, weil die Kritik ihr Verhalten trifft und nicht den verengten Blick auf die eigene Persönlichkeit, ein idealer Weg, mit eigenen und fremden Schwächen umzugehen. Nebenbei bietet ein humorvoller Umgang mit Kritik einen Ausweg aus der Statusfalle: Wenn ich die Kritik annehme, begebe ich mich in einen tieferen Status und riskiere es, Respekt einzubüßen. Wenn ich sie ablehne, bleibe ich im höheren Status, riskiere damit allerdings einen Konflikt. Mit Humor kann ich die Kritik aufnehmen und dennoch im höheren Status bleiben.

Ein Beispiel aus meinem Berufsalltag: In einem Seminar kommt in der Mittagspause ein sehr dominanter Teilnehmer auf mich zu und sagt: „Herr Hübler, ich muss heute früher gehen. Aber nicht, dass Sie denken, das Seminar wäre schlecht.“ Nett gemeint, aber letztlich eine klare Dominanzgeste, da dieser Teilnehmer sich das Recht herausnahm, mein Seminar zu bewerten. Und wer bewerten darf, nimmt einen höheren Status ein. Der Ausweg aus dieser Statusfalle konnte nur mit Lächeln und Augenzwinkern erfolgen:“Kein Problem. Ich weiß ja, dass mein Seminar eines der besten hier am Institut ist.“

Da Humor folglich auch als Machtinstrument eingesetzt werden kann, ist es wichtig, sich an klare Regeln zu halten. Ironie ist eben nicht gleichzusetzen mit Sarkasmus und Zynismus, genauso wie sexistische oder rassistische Witze selbstredend tabu sein müssen.

Humor in der Mitarbeiterführung

Mitarbeiter mit Humor zu führen heißt, die Gemeinschaft des Teams zu fördern. Wenn sich Menschen durch ihre Spiegelneurone mit schlechter Stimmung oder Wut anstecken, so gilt dies genauso für Humor. Damit leistet Humor einen wichtigen Beitrag zur Psychohygiene und Atmosphäre im Team und damit letztlich auch zur Konfliktprävention. Gefördert werden mit Humor jedoch auch ganz andere Prozesse. Oder mit wem würden Sie lieber Ihr Wissen austauschen: Mit einem alten Grummler, mit einem Neider oder mit einem entspannt-zufriedenen-lächelnden Kollegen?

Andererseits steigert Humor nachhaltig das Erinnerungsvermögen und die Motivation der Mitarbeiter. Vor diesem Hintergrund ist ein Vortrag, bei dem es etwas zu lachen gab wertvoller und motivierender als zehn Vorträge, bei denen die Belegschaft beinahe vor Langeweile gestorben ist. Wer solche Vorträge in seinem Unternehmen nicht kennt, hebe jetzt bitte die Hand.

Humor im Umgang mit Stress und Konflikten

Humor macht nachweislich gelassen. Spannungen und Konflikte werden durch respektvollen Humor entschärft. Wer zusammen lacht, kann kaum noch miteinander kämpfen. Zu sehr sind die Spiegelneurone der beiden Parteien dabei, sich humorvoll miteinander zu verbinden.

Ein Beispiel: Nachdem zwei Streithähne sich nicht selber einigen können, bittet sie der Vorgesetzte zu einem Gespräch. Er eröffnet das Gespräch mit den Worten „Meine Herren, ich bitte Sie um Verzeihung. Die Hauptschuld geht auf meine Rechnung! Ich habe Sie beide eingestellt“.

Resilienzfragebogen

Aufgrund der großen Resonanz auf meinen letzten Artikel zum Thema Resilienz der Deutschen Fußballnationalmannschaft, habe ich beschlossen, den Resilienzfragebogen, den ich auch in meinen Seminaren nutze als Excel-Datei online zu stellen.

Laden Sie dazu die Excel-Datei herunter und füllen den Resilienzfragebogen direkt in der Datei aus. Die Werte werden automatisch errechnet.

Sollten sich „Baustellen“ ergeben, enthalten die Fragen in dem Resilienzfragebogen bereits einige Anregungen zur Weiterarbeit. Bei tiefer gehenden Fragen können Sie mich gerne kontaktieren per mail unter info@m-huebler.de oder per Telefon unter 0911/7662641.