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Die Rolle eines Mediators in Krisenzeiten – Digitale Encountergroups

Wir erleben eine Zeit, die in dieser Dimension niemand von uns kennt. Und jeder von uns reagiert anders auf diese Krise. Die einen ziehen sich in die Privatheit zurück. Die anderen hängen Verschwörungstheorien an. Die nächsten hängen an den Lippen unserer Bundesvirologen. Manche suchen tatsächlich nach der allumfassenden Wahrheit, die wir wohl erst in ein paar Monaten, vielleicht sogar Jahren allumfassend erkennen werden. Diese Menschen nenne ich Senskeptiker. Man könnte sie auch wachtsam nennen. Sie fühlen, dass da etwas Riesengroßes in Gang ist, auch wenn es noch nicht wirklich greifbar ist. Eher ein Gefühl, das sich im Kopf oder in der Magengegend zusammenrottet.

Die sozialen Nähe-Verbindungen sind weitgehend gekappt. Der Kontakt über Telefon tut gut. Der Austausch auf Facebook oder Twitter hinterlässt oftmals mehr Scherben als neue Erkenntnisse.

Aktuell beobachte ich mit großer Sorge die Entwicklungen um mich herum. Ich meine nicht das Virus an sich, sondern die sozialgesellschaftlichen Folgen. Was auf der großen Bühne passiert (Grenzen dicht, Streit zwischen Nachbarstaaten), passiert auch im näheren Umfeld:

  • Menschen streiten sich darüber, wer sich in systemrelevanten Berufen (beispielsweise im sozialen Bereich) krank schreiben lässt und zuhause bleibt, weil er Angst hat und wer die Stellung hält.
  • In sozialen Netzwerken finden Entfreundungen statt (Wissenschaftsgläubige vs. Verschwörungstheoretiker, Ängstliche vs. Sorglose).
  • Alte Menschen trauen sich nicht mehr zum Arzt.
  • Künstler, Gastronomen und Soloselbständige sind am Rande des Existenzminimums.
  • Der Pflegenotstand bringt neue Spannungen in ein ohnehin schon spannungsgeladenes Arbeitsfeld.

Die Liste des sozialen Brennstoffs und der bereits eingetretenen oder noch kommenden sozialen Verwerfungen könnte ich leider noch fortsetzen. Entweder es beruhigt sich wieder oder wir steuern auf einen großen Knall zu.

Ich möchte damit keine Panik schüren. Es gibt schließlich auch positive Nachrichten der Solidarität, die leider in dieser Krisenzeit oftmals übersehen werden. Dazu demnächst mehr.

Dennoch stellt sich für mich als Mediator die Frage, was ich oder wir als Mediatoren in einer solchen Situation tun können? Offiziell bin ich als Coach, Mediator und Moderator nicht systemrelevant. Ich denke, wir Mediatoren sind es doch! Gerade jetzt.

Ich persönlich habe auf Facebook ein Projekt begonnen, bei dem ich erst einmal nur Fragen stelle und Diskussionen ausdrücklich untersage. Das tat vielen in meinem Umfeld gut. Es entschleunigte die „Diskussionen“, beruhigte die Stimmung und führte zu echten, tieferen Begegnungen.

Eine paar Zeilen dazu, siehe hier: https://www.m-huebler.de/kommunikationsregeln-fuer-schwarmintelligente-diskussionen

Nach kurzer Zeit entschied ich, mit einer kleinen Gruppe von etwa 8 Personen auf eine externe, „beschützte“ Plattform umzuziehen. Dort wird nun weiterdiskutiert.

Das Prinzip ist einfach: Auf der Plattform gibt es mehrere Themen, zu denen die Menschen sich austauschen:

  • Wie gehen wir persönlich mit der Krise um?
  • Wir wollen wir miteinander in Krisenzeiten umgehen?
  • Welche negativen Szenarien haben wir vor Augen?
  • Wie sollte die Welt von morgen aussehen?
  • Gibt es einer (höheren) Sinn hinter dieser Krise?

Wobei sich die Kategorien natürlich auch schwarmintelligent erweitern können.

Die Ziele sind ebenso einfach:

  • Austausch im einem wertfreien, geschützten Rahmen, indem sich jeder offen äußern kann, ohne Angst vor einem Shitstorm zu haben.
  • Verhindern, dass die Menschen vereinzeln, verrückt werden oder auf sonstige dumme Ideen kommen.

Meine Erfahrungen zeigen:

  1. Es hält die Menschen bei Verstand.
  2. Es führt zu echten Begegnungen und Diskussionen jenseits von strenger Wissenschaft vs. Verschwörungstheorie.

Sollten Sie ebenso das Gefühl haben, Sie oder Ihr Umfeld könnte eine Digitale Encounter Group brauchen, melden Sie sich bei mir. Gerne begleite ich die ersten Schritte dazu, steuere die ersten Beiträge bei, um die Diskussion in Gang zu bringen, moderiere den Austausch und sorge dafür, dass die Begegnung im Sinne der oben genannten Ziele abläuft.

Mediationsangebote

Als Moderator und Mediator berate ich Firmen und Non-Profit-Organisationen in allen Bereichen, in denen Konflikte auftauchen oder auftauchen könnten.

Die klassische Zweier-Mediation

Das Thema Mediation ist ein weites Feld. Zum einen gibt es das klassische Gebiet der Zweiermediation. Hier agiere ich vor allem im Wirtschaftsumfeld, beispielsweise wenn sich zwei Abteilungsleiter:innen über die Qualität der Arbeit uneinig sind. Dabei kann sich ein solcher Zweierkonflikt schnell auf die gesamte Abteilung ausbreiten, weshalb sich in manchen Fällen eine Erweiterung des Kreises in Richtung Teambildung anbietet.

Oft ist es jedoch sinnvoller, dem Kind einen anderen Namen zu geben. Häufig werde ich nicht als Mediator zur Schlichtung von Konflikten gebucht, sondern als Moderator, Supervisor, Teamcoach oder Teamentwickler, um die Hemmschwelle bei den Mitarbeiter:innen zu senken.

Changeprozesse und Schulungen

Häufig werde ich zu jährlichen Schulungen oder als Moderator engagiert, um einen drohenden oder vermuteten Konflikt zu vermeiden. Gleiches gilt für Changeprozesse, die eskalieren könnten. Dies kann in den besten „Familien“ passieren.

Aufarbeitung von Evaluationsergebnissen

Häufig tauchen nach einer evaluierten Mitarbeiter(un)zufriedenheitsbefragung weitere Fragen auf, die bearbeitet werden müssen, um die Atmosphäre wieder zu glätten. Eine solche Aufarbeitung kann freundlich und sachlich ablaufen. Es kann aber auch sein, dass Sie mit Hilfe der Evaluation (dankbarerweise) schlafende Hunde weckten, die nun endlich bearbeitet werden sollten. Alleine die Anwesenheit eines externen Moderators mit mediativen Haltungen wirkt oftmals Wunder.

Wenn Sie sich fragen, ob es nicht doch günstiger wäre, den Konflikt auszusitzen, sollten Sie einen Blick hierauf werfen: www.konfliktkostenrechner.de

Mehr zum Wesen einer Mediation und meiner Rolle dabei: Was ist eine Mediation.pdf

Auf die Schnelle hilft Ihnen mein 3-Schichten-Modell, bestehende Konflikte zumindest einzudämmen. Für alles weitere: info@m-huebler.de

Sie finden mich auch unter: https://www.mediator-finden.de

Seit 2020 kümmere ich mich als Regionalleitung Mittelfranken für die Deutsche Stiftung Mediation um die Verbreitung des Mediationsgedankens in Mittelfranken.

Wenn Sie neugierig sind, wie ich als Mediator arbeite: Mit der Stiftung entstand 2020 ein spannendes Mediationsdemo.

NEW WORK und Agilität: führungs-, Team- und Organisationsentwicklung

Aktuelle Problemlagen

Die Arbeit verdichtet sich. Mitarbeiter sind unzufrieden. Führungskräfte fühlen sich zerrieben zwischen den Hierarchieebenen. Die Organisationsstrukturen sind verkrustet. Veränderungen greifen nicht so schnell wie gewünscht ist. Das gegenseitige Vertrauen bekam einen Knacks. Der Informationsaustausch ist zäh. Die Generationen Y und Z wollen eingebunden werden. Individualität und Fluktuation nehmen zu und die Mitarbeiterbindung ab. Die Autobahnen am Speckgürtel der Großstädte sind verdichtet. Die S-Bahn ist voll. Und an eine gute Lebensbalance ist kaum zu denken.

New Work zwischen Agilität, Menschlichkeit, Mitbestimmung und Digitalisierung

New Work ist das Bestreben, Mitarbeiter:innen einen guten Arbeitsplatz zu bieten, was zu einer Erhöhung der Zufriedenheit, Leistung und Mitarbeiterbindung und letztlich auch Kundenbindung führt. Die Agilität kommt den Kund:innen zugute, Autonomie und Mitbestimmung den Mitarbeiter:innen, diese sind daraufhin motivierter, was dem Unternehmen gut tut. Die Digitalisierung fördert, clever eingesetzt, schnelle Entscheidungen und wirkt sich zudem als Entlastung für Umwelt und Nervenkostüm der Mitarbeiter aus.

So vielfältig die Verknüpfungen sind, so verschieden sind auch meine New Work-Ansatzpunkte für agital-menschlich-demokratische Teambildungen, Veränderungen und Organisationsentwicklungen:

  • New Work als Wettbewerbsvorteil: Worum es bei New Work alles gehen kann, erfahren Sie hier (externer Link).
  • Ein New Work Mindset: Als Basis von New Work ist ein positives Führungs-Mindset zur Förderung der Autonomie und Mitbestimmung der Mitarbeiter:innen unerlässlich.
  • Teamentwicklung: Auf dem Weg zu einem kooperativ-agilen Team (online oder offline) bietet sich die 4R-Methode an: Rollen, Richtlinien, Regeln und Rituale. Details unter: Agil-demokratische Teams mit der 4R-Methode
  • Agile Leadership: Was Agilität für Führungskräfte bedeutet, erfahren Sie hier (externer Link).
  • Diversität im Team: Auf das Thema Diversität (externer Link) will klug angegangen werden.

Zur weiteren Vertiefung empfehle ich mein Buch „New Work – Menschlich, demokratisch, agil„, erschienen 2018 bei Walhalla/metropolitan.

Bausteine zur Teamentwicklung
  • Veränderungsprozesse anleiten
  • Dysfunktionen in Teams
  • Die Teamkultur auf Leistungs- und Konfliktpotentiale untersuchen
  • Reflexion über Teamtypen
  • Storytelling: Welche Geschichte erzählt unser Team, wo könnte und wo solle es hingehen? Welche Rollen nimmt jede/r dabei ein?
  • Improtheater und Psychodrama: Spielen typischer Gesprächsszenen, um Lösungen für Konflikte zu entwickeln

Improtheaterübungen biete ich alleine oder für größere Teams gemeinsam mit meiner Kollegin Göksen Meine von der Improgruppe (externer Link) Volle Möhre als INKA-Team an.

Um sich in die Thematik von Status- vs. Wettbewerbsteams einzuarbeiten, inklusive einer Vielzahl an Teambildungsmethoden, empfehle ich die Lektüre meines Buchs „Die Bienenstrategie„, ebenfalls bei Walhalla/metropolitan erschienen.

Gerne entwickle ich zusammen mit Ihnen passgenaue Konzepte für Ihr Team, Ihre Abteilung oder Ihre Organisation und helfe Ihnen als Moderator und Mediator, Ihr Team in Richtung Stabilität, Flexibilität und Konfliktfähigkeit zu entwickeln.

Führungstrainings und Teamentwicklung

Herzlich Willkommen auf den Seiten des Mediators, Coachs, Moderators, Beraters und Trainers Michael Hübler.

Für Führungskräfte

Um in einer agil-digitalen Welt gleichzeitig flexibel, stabil und kompetent Führungsverantwortung zu übernehmen, reichen die klassischen Managementinstrumente nicht mehr aus. Vielmehr brauchen Führungskräfte ….

Klare Haltungen

Wer in digital-agilen Kontexten führt, sollte klären, welche Entscheidungen eine Führungskraft zu treffen hat und welche das Team übernimmt. Dazu brauchen effektive Führungskräfte das Vertrauen in die Kompetenzen ihrer Mitarbeiter, einen realistischen Optimismus in Prozesse sowie die Achtsamkeit, sich nicht in hyperagil getroffenen Entscheidungen zu verzetteln. Moderne Führungskräfte lenken indirekt, indem sie Atmosphären gestalten, Rahmenbedingungen abstecken und das Selbstmanagement ihrer Mitarbeiter fördern, anstatt zu bestimmen, wo es lang geht. Dazu hätten sie heutzutage weder die Zeit, noch den Zugriff, wenn wir an virtuelle Teams denken. All das erfordert Geduld und Beharrlichkeit.

Alles Neuro oder was?

Mit Achtsamkeit, Vertrauen und Optimismus alleine gewinnen Führungskräfte freilich keinen Blumenstrauß. Sie sollten sich daher zusätzlich eine gesunde, neurobiologisch fundierte Menschenkenntnis aneignen, um Ihre Mitarbeiter zu verstehen und zielgerichtet anzusprechen. Neurobiologisch deshalb, weil herkömmliche Diagnoseverfahren wie das DISG oder die BIG 5 lediglich ein kleines Fenster zu Mitarbeitern öffnen und dabei den ganzen Menschen und das Kreativ-Individuelle dahinter missachten. Genau das jedoch brauchen Teams, um agile Herausforderungen zu 100% schwarmintelligent zu meistern.

Komplexitätsreduktion beginnt mit klarer und ehrlicher Kommunikation

Bei all dem sollten Führungskräfte jenseits hemmender Kommunikations- und Feedbackregeln zu einer klaren, direkten und humorvollen Führung zurückkehren. Denn letztlich findet Führung mit Menschen statt. Und was rettet uns am Ende durch das größte agil-digitale Chaos? Die Tragfähigkeit der Beziehungen, in deren Zentrum offen-ehrliche Gespräche stattfinden.

Es gilt, wieder echter und authentischer in Konflikte zu gehen, Probleme offen anzusprechen und Krisen demokratisch, optimistisch und humorvoll zu meistern, gerade im agitalen Zeitalter.

Das Schlagwort zu dieser alt-neuen Art zu Führen lautet (externer Link) New Work: Menschlich, demokratisch, agil.

Für Personalentwickler, KMUs und Firmenchefs

Als Mediator, Coach, Moderator, Facilitator und langjähriger Konfliktmanagement- und Verhandlungs-Trainer finden Sie in mir den geeigneten Sparringspartner für Ihre Seminare, Großgruppenmoderationen, Teambildungen, Train-the-Trainer-Seminare, Mitarbeiterbefragungsaufarbeitungen oder Organisationsentwicklungen. Als Mediator stehe ich Ihnen insbesondere im Großraum Nürnberg, Fürth und Erlangen zur Verfügung. Auch in Moderationen, in denen unklar ist, ob nicht doch Konflikte auftauchen, können Sie sicher sein, dass ich Sie und Ihre Teams durch aufkommende Unstimmigkeiten klar strukturiert und sicher hindurch geleite.

Detaillierte Informationen und Referenzen finden Sie hier: Trainerprofil_Huebler

Einen schnellen Überblick über meine Leistungen bekommen Sie hier.

Meine Geisteshaltung

Als One-Man-Show gibt es bei mir keine Seminare und keine Beratung von der Stange. Jedes Skript wird individuell angepasst. Jeden Workshop spreche ich individuell mit meinen Kunden ab. In Beratungen zu Ihrer Organisationsentwicklung gebe ich Ihnen die Impulse, die für Sie notwendig sind, ins Tun zu kommen. Mein Maßstab dabei ist die Erhöhung oder Wiederherstellung Ihrer Handlungsfähigkeit als Organisation. Ebenso passgenau gestalte ich meine Seminare, um die Führungs- und Kommunikationskompetenz meiner TeilnehmerInnen mit so viel Wissen wie nötig und so viel Praxiskompetenz wie möglich wertschätzend und nachhaltig zu entwickeln.

Als Trainer, Coach, Mediator und Autor kenne ich die seriöse Seite der Weiterbildung. Als Regisseur zweier Theatergruppen (Klassisch und Improtheater) weiß ich auch, wie effektiv ausprobieren und improvisieren sind – das Prototyping in der Praxis. Anstatt mit Rollenspielen arbeite ich mit klar definierten Szenen. Indem Führungskräfte verschiedene Haltungen testen, wachsen sie über sich hinaus und entdecken ungeahnte (schauspielerische) Fähigkeiten. In komplexen Zeiten kann es nicht schaden, wenn Führungskräfte ihre Wirkung lebendig und authentisch erweitern.

Führung erscheint mir manchmal wie das letzte große Abenteuer im Arbeitsleben. Sollten Sie einen Guide für diesen Dschungel aus Zielkonflikten, agital-demokratischen Abenteuern, Sandwichpositionen, artenvielfältiger Teams oder dem Umgang mit der zunehmenden Arbeitsverdichtung suchen, ich bin tatsächlich buchbar: info(at)m-huebler.de