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Wiese statt Krise

Weiter so oder sich doch mal austauschen?

Worum es geht?

Wir laden euch zum Redekreis am Lagerfeuer ein. Angelehnt an ein altes Fußball-Sprichwort scheint nach der Krise vor der Krise zu sein. Erst kam Corona, dann der Russlandfeldzug, dann die Energiekrise und über allem schweben drohend wie 1000 Damokles-Schwerter immer neue Umweltkatastrophismen. Wenn so das „Neue Normal“ aussieht, will ich meine alten Probleme zurück haben, mögen sich manche denken. Doch anscheinend leben wir in einer Zeit, in der es weniger darum geht, Probleme abzuhaken, sondern zu lernen damit zu leben. Und das geht leichter, indem man sich miteinander über schwierige Erfahrungen der letzten Jahre, aber auch Hoffnungsvolles und Zuversichtliches austauscht. Dies tun wir im sicheren Rahmen des alten Rituals eines Redekreises. In diesem Rahmen haben auch Themen Platz, die sonst oft untergehen oder die sich manche im öffentlichen Raum kaum anzusprechen trauen. In diesem Rahmen geht es nicht um Wahrheiten oder Meinungen, die auf den Prüfstand kommen, sondern um euch als Mensch mit all eurem Ärger, euren Sorgen und Ängsten. Es geht nicht um Diskussionen, sondern darum wahr- und ernst genommen zu werden.

Eure Redekreis-Begleiter/innen

Begleitet wird der Redekreis von erfahrenen Psychologinnen (Tanja Bluoss, Regina Gimpel) und Mediator/innen (Tanja Bluoss, Michael Hübler) unter Mitarbeit von Christoph Zimmermann.

Anmeldungen unter info@regina-gimpel.de

Unkostenbeitrag

Unser Angebot soll auch für Menschen mit wenig Geld offen sein. Gleichzeitig ist der Aufwand, einen solchen Abend zu organisieren hoch. Deshalb haben wir uns auf einen Unkostenbeitrag von 15 € pro Person geeinigt. Wer mehr geben kann, darf dies gerne tun. Wer derzeit nicht in der Lage ist, ist dennoch herzlich willkommen.

Vergangene Termine 2023

28.07.: Äußerer Wandel – innerer Wandel. Welche persönlichen Wandlungen habe ich durch die Krisenherde der letzten Jahre erlebt?

22.09.: Was erlebe ich für mich als stabilisierend in Krisenzeiten?

02.10.: Was wirkt aus der Corona-Zeit in mir nach? Was war am heutigen Tag davon spürbar?

13.10.: Welche Wünsche, Sehnsüchte, Hoffnungen und Visionen gibt es? Wo möchte ich hin und welchen Beitrag möchte ich dazu leisten?

31.10.: Anpassung und Widerstand. Was gibt mir die Kraft, den Verführungen des einfachen Wegs zu widerstehen? Was hilft mir, bei meiner Wahrheit zu bleiben, sie wahrhaftig zu leben und dies nach außen hin zu zeigen?

Aktuelle Termine 2023

01.12.: Mut. Was macht mich mutig? Wann erlebe ich mich selbst als mutig? Was wünsche ich mir?

17.12.: Thema “Weihevolle Nächte” – “Welche Bedeutung hat für mich Weihnachten? Wie will ich Weihnachten begehen und feiern?” bzw. ein individuelles Thema, das um die Zeit des sich zu Ende neigenden Jahres in mir präsent ist.

Warum Redekreise?

Was können Redekreise zum aktuellen, vergifteten Diskurs beitragen?

Die 5 Räume des Zuhörens

In meinen Seminaren leite ich regelmäßig Übungen für Führungskräfte zum richtigen Zuhören an. Wenn ich meine Teilnehmer*innen frage, ob sie gut zuhören können, sagen die meisten “Ja, natürlich”. In der Praxis zeigt sich allerdings, dass ein richtiges, tiefergehendes Zuhören gar nicht so einfach ist und zum einen durch die eigenen Ideen und zum anderen durch den Zeitdruck immer wieder konterkariert wird.

Aus diesem Gedanken heraus entstanden die 5 Räume des Zuhörens. Stellen Sie sich dazu vor, jemand möchte Ihnen etwas erzählen, Sie laden ihn oder sie als Gastgeber*in in Ihr Haus ein und gehen mit dieser Person gemeinsam durch 5 Räume.

Als erstes erfolgt die Begrüßung an der Haustür und damit die Klärung, worum es in dem Gespräch gehen soll. Das ist logischerweise oberflächlich und dient lediglich der ersten Einordnung des Anliegens Ihres Gastes.

Als nächstes bitten Sie Ihren Gast in Ihr Arbeitszimmer. Nun geht es darum zu klären, was passiert ist. Jetzt geht um die Fakten. Vielleicht müssen Sie auch noch etwas recherchieren, um die Faktenlage besser einordnen zu können.

Nachdem der Status Quo der Fakten geklärt wurde, darf es ein wenig gemütlicher werden. Dazu passt am besten das Wohnzimmer. Hier sitzen Sie gemeinsam bei einem Tee oder einem Glas Wein zusammen. Das Gespräch wird langsamer und bekommt eine emotionale Tiefe.

Nachdem Sie nun nicht nur wissen, worum es geht, sondern auch, welche persönliche Bedeutung dieses Thema für Ihr Gegenüber hat, bitten Sie ihn oder sie auf den Balkon oder eine Terasse. Dort genießen Sie den Ausblick und reflektieren gemeinsam, wo es mit diesem Thema hingehen soll. Nun geht es also um einen Zukunftsblick.

Zum Abschluss – und nach all dem “Gerede” – sind sie sicherlich hungrig geworden und gehen in die Küche, um Ihrem Gast einen Happen zu essen anzubieten. Essen wiederum ist nicht nur ein Geschenk an andere, sondern schafft auch durch das gemeinsame Essen Verbindungen. Nun geht es also darum auszuloten, welche Erwartungen Ihr Gegenüber hat und wie sie ihm oder ihr helfen können.

Hier noch einmal die 5 Räume im Überblick:

  1. Einordnung (Haustür): Um was geht es, damit ich es einordnen kann? Kenn’ ich. Erinnert mich an …
  2. Faktisches Zuhören (Arbeitszimmer): Was genau hast du gemacht? Was hat funktioniert? Was nicht? Auf der Basis welchen Wissens?
  3. Empathisches Zuhören (Wohnzimmer): Wie ging es dir damit? Was an der Situation ist für dich besonders … (anstrengend, belastend, herausfordernd, spannend, unverständlich, …)?
  4. Zukunftsorientiertes Zuhören (Balkon mit Fernblick): Was sollte passieren? Wann würde es dir besser gehen? Wann wärst du zufrieden / stolz / erleichtert? Wann hättest du das Gefühl, das die Situation gelöst wäre?
  5. Verbindendes Zuhören (Küche): Was würde dir helfen? Was erwartest du von mir? Wie kann ich dich unterstützen?